Superior Coins
Der Wissens-Blog
Erklärungen zu Preisbildung, Prägequalität, Feingehalt und Auflage, mit Quellen und ohne Kaufempfehlung. Jeden Sonntag geht ein Thema als Brief hinaus. Hier bleibt es nachlesbar.
Was von 100.000 Euro nach zehn Jahren ĂĽbrig ist
100.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto. Nach zehn Jahren stehen 113.600 Euro auf dem Kontoauszug. Und 82.088 Euro Kaufkraft im Korb.
Wie viel Gold gehört ins Depot
Woran sich der Goldpreis wirklich orientiert
Eine Feinunze in Gramm, und was der Feingehalt damit zu tun hat
Zwei MĂĽnzen, drei Gramm Unterschied, dieselbe Angabe. Eine Unze Gold. Das MaĂź dahinter ist auf das zehntausendstel Gramm festgelegt und stammt von einem mittelalterlichen Jahrmarkt.
Warum die erste MĂĽnze einer Serie eine Sonderstellung hat
Fünf Motive, jedes auf maximal 500 Exemplare begrenzt, geprägt zwischen 2019 und 2021. Drei sind einzeln zu haben. Zwei nicht mehr. Der Grund liegt im Jahr der Ausgabe.
Aufgeld erklärt, zwei Preislogiken bei einer Münze
Vier MĂĽnzen, ein Motiv, jede mit einer Unze Gold 999,9. Zwischen der ersten und der letzten liegt ein Vielfaches. Im Metall liegt der Unterschied nicht.
Polierte Platte und Stempelglanz, woran der Unterschied zu erkennen ist
Spot, Fixing, Futures: drei Preise fĂĽr ein Metall
A
Abschlag
Sonderprägung eines Motivs in einem abweichenden Metall oder einer abweichenden Qualität, etwa ein Silberabschlag einer Goldmünze. Wird oft in kleiner Auflage aufgelegt.
Agio
Siehe Aufgeld.
American Buffalo
Anlage- und Sammlermünze der United States Mint, seit 2006. Motiv nach dem historischen „Indian Head“ Nickel von James E. Fraser. Feingehalt 999,9/1000 Gold.
American Eagle
Anlage- und Sammlermünzenserie der United States Mint, seit 1986. Gold Eagle mit Feingehalt 916,67/1000 (22 Karat, Legierung mit Silber und Kupfer), unverändert auch beim 2021 eingeführten Reversmotiv („Type 2“). Silver Eagle mit Feingehalt 999/1000. Auch in Platin und Palladium.
Ankaufspreis
Preis, zu dem ein Händler eine Münze oder einen Barren vom Kunden zurücknimmt. Liegt konstruktionsbedingt unter dem Verkaufspreis, die Differenz ergibt den Handelsspread.
Anlagegold
Steuerrechtlich definierte Kategorie nach EU-Richtlinie 2006/112/EG und § 25c UStG. In der EU von der Mehrwertsteuer befreit. Für Barren und Plättchen gilt ein Feingehalt von mindestens 995/1000. Für Goldmünzen gelten eigene Kriterien: Feingehalt mindestens 900/1000, Prägung nach dem Jahr 1800, gesetzliches Zahlungsmittel im Ursprungsland, Verkaufspreis maximal 80 % über dem Goldwert. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht jährlich eine Anlagegold-Liste.
AnlagemĂĽnze
Münze, die primär zum Zweck des Metallbesitzes geprägt wird. Preis orientiert sich am Materialwert plus geringem Aufgeld. Beispiele: Krügerrand, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf, American Eagle, Britannia, Australian Kangaroo.
Anlaufen
Chemische Oberflächenveränderung, insbesondere bei Silbermünzen. Reaktion von Silber mit Schwefelverbindungen aus der Luft. Sichtbar als gelbliche bis dunkle Verfärbung. Nicht durch Politur entfernen, das zerstört den Prägeglanz und mindert den Sammlerwert.
Antik-Finish (Antique Finish)
Prägequalität, bei der die Oberfläche künstlich patiniert wird, um einen historisch wirkenden, matten Charakter zu erzeugen. Verbreitet bei Sammlerprägungen der Perth Mint und anderer Prägestätten.
Aufgeld
Aufschlag auf den reinen Metallwert einer Münze oder eines Barrens. Deckt Prägekosten, Vertrieb, Zertifizierung, Lagerhaltung und die Marge des Händlers. Bei Sammlermünzen kommen Auflagenhöhe, Motiv und Nachfrage hinzu. Wird in Prozent oder absolut ausgewiesen.
Auflage
Maximale Gesamtstückzahl einer Prägung. Bei Sammlermünzen häufig limitiert und im Echtheitszertifikat vermerkt.
Ausgabejahr
Jahr der ersten Prägung einer Münze. Nicht zwingend identisch mit dem Prägejahr, das auf der Münze steht (bei Serienprägungen fortlaufend).
Australian Kangaroo (Känguru)
Anlage- und Sammlermünzenserie der Perth Mint. Feingehalt 999,9/1000 Gold bzw. 999,9/1000 Silber. Jährlich wechselndes Känguru-Motiv.
Avers
Vorderseite einer Münze, auch Hauptseite. Trägt in der Regel das Hauptmotiv oder das Porträt des Staatsoberhaupts. Gegensatz: Revers.
B
BankschlieĂźfach
Bei einer Bank angemietetes verschlossenes Fach zur Aufbewahrung werthaltiger Gegenstände. Alternative zum privaten Tresor. Keine gesetzliche Werthaftung durch die Bank, Versicherung getrennt zu regeln.
Barren
Standardisiertes Edelmetallprodukt in Riegel- oder Plattenform. Unterscheidung nach Herstellungsverfahren (Prägebarren, Gussbarren) und Format (Kilobarren, Feinunze, Grammatur).
Bayerisches HauptmĂĽnzamt
Prägestätte des Freistaats Bayern mit Sitz in München. Prägt deutsche Euro-Umlaufmünzen (Prägezeichen „D“) sowie Sammler- und Auftragsprägungen, bis 2013 unter anderem den Somalischen Elefanten.
Bimetall-MĂĽnze
MĂĽnze aus zwei unterschiedlichen Metallen, typischerweise ein innerer Kern und ein umgebender Ring. Beispiel: 2-Euro-UmlaufmĂĽnze. Bei den deutschen Polymerring-Serien tritt an die Stelle des zweiten Metalls ein farbiger Kunststoffring.
Blister
Transparente Kunststoffverpackung, die eine Münze fixiert und vor Berührung schützt. Häufig für einzeln versandte Anlagemünzen oder -barren.
Box (Themenbox)
Aufbewahrungs- und Verkaufseinheit, die mehrere Sammlermünzen zu einem Thema zusammenfasst. Enthält üblicherweise Echtheitszertifikat.
Brillant-Uncirculated (BU)
Prägequalität mit sauberem, gleichmäßigem Prägeglanz. Standardqualität für Anlagemünzen und viele Umlaufgedenkmünzen. Keine Handpolitur, jedoch sorgfältige Behandlung nach der Prägung.
Britannia
Britische Anlage- und SammlermĂĽnzenserie der Royal Mint mit dem Motiv der Personifikation Britanniens. Seit 2013 in Gold mit Feingehalt 999,9/1000 (zuvor 916,67/1000) und in Silber mit 999/1000 (zuvor 958/1000 Britanniasilber). Ab Jahrgang 2021 mit erweiterten Sicherheitsmerkmalen.
Bruttogewicht
Gesamtgewicht einer MĂĽnze inklusive Legierungsanteilen. Nicht identisch mit dem Feingewicht.
BullionmĂĽnze
Siehe AnlagemĂĽnze.
C
Casa de Moneda de México
Staatliche Prägestätte Mexikos, gegründet 1535, älteste Prägestätte Nordamerikas. Prägt unter anderem die Libertad-Serie.
Chain of Integrity
Von der LBMA definierte lĂĽckenlose NachweisfĂĽhrung von der Raffinerie ĂĽber die Lagerung bis zum Handel. Grundlage fĂĽr Good-Delivery-Status.
China Gold Coin Corporation
Emittent der chinesischen Panda-MĂĽnzen, Tochter der chinesischen Zentralbank.
CombiBar
Prägebarren mit vorgestanzten Bruchstellen, die sich ohne Wertverlust in kleinere Einheiten (typischerweise 1 g) trennen lassen. Marke der Schweizer Raffinerie Valcambi.
Cook Islands, Niue, Palau, Tokelau, Ruanda
Ausgabeländer zahlreicher Sammlermünzen. Nominalwert in lokaler Währung, tatsächliche Prägung häufig durch europäische Prägestätten im Auftrag des jeweiligen Staates.
D
Denar
Historische Silbermünze, prägend für die Römische Republik und das Kaiserreich. Namensgeber späterer Währungen (Dinar).
Differenzbesteuerung
Umsatzsteuerregelung nach § 25a UStG. Für steuerpflichtige Sammlermünzen, insbesondere Silbermünzen aus Nicht-EU-Ländern, wird die Mehrwertsteuer nur auf die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis erhoben. Für Endkunden ergibt sich eine niedrigere effektive Steuerbelastung als bei Regelbesteuerung.
Dukat
Historische Goldmünze mit Feingehalt 986/1000. Über Jahrhunderte europäische Handelsmünze. Wird von einigen Prägestätten bis heute in Nachprägungen aufgelegt (etwa Wiener Vier-Dukaten der Münze Österreich).
E
Echtheitszertifikat
Von der Prägestätte oder dem Emittenten ausgestelltes Dokument mit Angaben zu Material, Feingehalt, Gewicht, Auflage, Prägestätte und Motiv. Bei limitierten Ausgaben mit individueller Zertifikatsnummer.
Emission
Ausgabe einer MĂĽnze durch den Emittenten (in der Regel Staat oder Zentralbank).
Emissionspreis (Erstausgabepreis)
Preis, zu dem der Emittent oder Erstvertreiber eine MĂĽnze im Erstmarkt anbietet.
Erhaltungsgrad
Bewertung des Zustands einer Münze für den Zweitmarkt. Bei modernen Sammlermünzen üblicherweise durch Angabe der Prägequalität ersetzt (BU, PP, Handgehoben), bei historischen Münzen zentrales Kriterium. Deutsche Skala von schlecht (sch) bis Stempelglanz (stgl.), angelsächsische Sheldon-Skala von 1 bis 70.
Erstmarkt
Erstverkauf einer MĂĽnze durch den Emittenten oder einen autorisierten Vertriebspartner, zum Emissionspreis. GegenstĂĽck: Zweitmarkt.
Erstprägung
Prägung eines Motivs bei erstmaliger Emission, oft mit besonderer Sammelnachfrage. Nicht mit „Erstschlag“ (First Strike) im Sinne US-amerikanischer Grading-Attribute verwechseln.
Erstschlag (First Strike)
Attribut US-amerikanischer Grading-Dienste für Münzen, die innerhalb einer festgelegten Frist nach Emissionsbeginn zur Bewertung eingereicht wurden. Sagt nichts über die Position innerhalb der Prägereihenfolge aus.
F
Fehlprägung
Münze mit produktionsbedingten Abweichungen (Dezentrierung, doppelte Prägung, fehlender Rand, falsche Ronde). Kann den Sammlerwert erhöhen, wenn Herkunft und Fehlerbild eindeutig belegbar sind.
Feingehalt
Anteil des Edelmetalls an der Gesamtmasse einer MĂĽnze oder eines Barrens, angegeben in Tausendstel (999,9 = 99,99 % Feingold).
Feingewicht
Masse des reinen Edelmetalls in einer Münze oder einem Barren, unabhängig von der Legierung. Beispiel: Krügerrand 1 Unze hat Bruttogewicht 33,93 g und Feingewicht 31,10 g.
Feinunze (Troy Ounce, oz)
StandardmaĂźeinheit im Edelmetallhandel. Eine Feinunze entspricht 31,1034768 g. Grundlage fĂĽr die Notierung des Spotpreises.
Freilager (Zollfreilager)
Lagerhaus in einem Zollfreigebiet. Edelmetalle können dort ohne Anfall der Einfuhrumsatzsteuer gelagert und gehandelt werden. Relevant im institutionellen Bereich, nicht im typischen Privatkundengeschäft.
G
GedenkmĂĽnze
Münze, die anlässlich eines Ereignisses, einer Person oder eines Themas ausgegeben wird. Kann Kursmünzenstatus haben (Nennwert, gesetzliches Zahlungsmittel) oder ausschließlich Sammlerwert darstellen.
Good Delivery
Standard der LBMA für handelsfähige Barren im Interbankenmarkt (Gold: 350 bis 430 Feinunzen, Feingehalt mindestens 995/1000). Nicht relevant für den Privatkundenhandel, gelegentlich als Qualitätsreferenz für akkreditierte Prägestätten genannt.
Grading
Standardisierte Zustandsbewertung durch spezialisierte Dienste (NGC, PCGS, ANACS). Die Münze wird bewertet, in einen versiegelten Halter („Slab“) eingeschlossen und mit einer Note (etwa MS-70, PF-70) versehen.
Grammatur
Angabe des Feingewichts in Gramm. Bei chinesischen Panda-Münzen seit 2016 offizielle Größenangabe (30 g, 15 g, 8 g, 3 g, 1 g) statt der zuvor üblichen Feinunzen.
Gussbarren
Barren, der durch Ausgießen flüssigen Metalls in eine Form entsteht. Erkennbar an unregelmäßiger, matter Oberfläche. Typisch für größere Formate ab 500 g.
H
Handelsspread
Differenz zwischen dem Verkaufspreis eines Händlers und seinem Ankaufspreis für dasselbe Produkt. Maß für die Handelsspanne und für die Kosten eines schnellen Wiederverkaufs.
Handgehoben (hgh)
Prägequalität zwischen Stempelglanz und Polierter Platte. Frisch geprägt, matter Grund, teils spiegelnde Flächen. Wird per Hand mit weichen Handschuhen behandelt, um Kontaktspuren zu vermeiden.
Heraeus
Deutsche Scheideanstalt und Barrenhersteller mit Sitz in Hanau. LBMA-akkreditiert.
Hochrelief (High Relief)
Prägeverfahren mit besonders tief geprägten Konturen. Motiv steht deutlich erhaben aus der Münzfläche hervor. Erfordert höheren Prägedruck und mehrfache Prägevorgänge, dadurch häufig limitiert.
I
Isle of Man
Britische Kronbesitzung mit eigener Münzausgabe (Sovereign-Nachprägungen, Serie „Angel“, Katzen- und Hundeserien).
J
Jahrgang
Prägejahr einer Münze. Bei Serien wie Wiener Philharmoniker oder Krügerrand jährlich unverändertes Motiv, bei anderen Serien jahrgangsspezifische Motivvarianten (etwa Lunar-Serie, Panda).
K
Kapsel
Runder Kunststoffbehälter, in dem eine Münze fixiert wird. Schutz vor Kratzern, Fingerabdrücken und mechanischer Belastung.
Karat
Traditionelle Feingehaltsangabe für Gold. 24 Karat = 999/1000 (Feingold), 22 Karat = 916,67/1000 (klassisch Krügerrand, Sovereign), 18 Karat = 750/1000 (Schmuck). Für Anlage- und Sammlermünzen zunehmend durch die Angabe in Tausendstel abgelöst.
Kilobarren
Barren mit einem Feingewicht von 1000 g. Standardformat im institutionellen und im höheren Privatkundenbereich.
Koala
Australische Silbermünzenserie der Perth Mint, seit 2007. Jährlich wechselndes Koala-Motiv. Feingehalt 999/1000 bis Jahrgang 2017, ab 2018 999,9/1000.
Kookaburra
Australische SilbermĂĽnzenserie der Perth Mint. Motiv der gleichnamigen Vogelart, seit 1990. Feingehalt 999/1000 bis Jahrgang 2017, ab 2018 999,9/1000.
KrĂĽgerrand
Südafrikanische Anlagemünze, seit 1967. Legierung 916,67/1000 Gold mit Kupferanteil, dadurch charakteristisch rötliche Färbung. Erste massenhaft gehandelte Anlagemünze der Neuzeit. 1-Unze-Ausgabe: Feingewicht 31,10 g, Bruttogewicht 33,93 g. Seit 2017 auch als Silberkrügerrand (999/1000) und Platinkrügerrand.
KursmĂĽnze
Münze mit Nennwert und Status als gesetzliches Zahlungsmittel, für den täglichen Zahlungsverkehr vorgesehen. Anlagemünzen wie Krügerrand oder Maple Leaf tragen zwar einen Nennwert, sind aber praktisch nicht als Zahlungsmittel im Umlauf.
L
LBMA (London Bullion Market Association)
Branchenverband des Londoner Edelmetallmarkts. Akkreditiert Raffinerien nach dem Good-Delivery-Standard und veröffentlicht den täglichen LBMA-Referenzpreis für Gold und Silber (vormals „London Fixing“).
Legende (Umschrift)
Text, der um das Motiv einer Münze läuft. Nennt in der Regel Emittent, Jahrgang, Feingehalt und Nennwert.
Libertad
Mexikanische Anlage- und Sammlermünzenserie der Casa de Moneda de México. Motiv „Engel der Unabhängigkeit“. Erhältlich in Gold und Silber, ohne aufgeprägten Nennwert.
Limitierte Auflage
Prägung mit vorab festgelegter Maximalstückzahl. Nach Erreichen der Auflage werden keine weiteren Exemplare geprägt.
LPPM (London Platinum and Palladium Market)
Pendant zur LBMA fĂĽr Platin und Palladium, akkreditiert Raffinerien fĂĽr diese beiden Metalle.
Lunar-Serie
Sammlermünzenserien nach dem chinesischen Mondkalender mit den zwölf Tierkreiszeichen. Auflagen unter anderem durch Perth Mint (Lunar I, II und III), Royal Canadian Mint und andere.
M
Maple Leaf
Kanadische Anlage- und Sammlermünzenserie der Royal Canadian Mint, seit 1979 (Gold). Feingehalt 999,9/1000 Gold und Silber, 999,5/1000 Platin und Palladium. Sicherheitsmerkmale: Mikroprägung „RCM“ und radiale Linien, seit 2015 „Bullion DNA“-Identifikation.
Materialwert
Wert einer MĂĽnze oder eines Barrens, berechnet aus Feingewicht und aktuellem Spotpreis des enthaltenen Metalls. Untergrenze der Preisbildung bei AnlagemĂĽnzen.
Medaille
Münzähnliches Metallstück ohne Nennwert und ohne Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Wird von privaten oder staatlichen Prägestätten in freier Gestaltung geprägt.
Mehrwertsteuer (MwSt)
Umsatzsteuer nach dem UStG. Anlagegold ist in Deutschland von der MwSt befreit. Silber-, Platin- und PalladiummĂĽnzen unterliegen dem Regelsteuersatz von 19 % oder der Differenzbesteuerung, sofern anwendbar.
Milchflecken
Weißliche, matte Oberflächenveränderungen auf Silbermünzen. Ursachen diskutiert, unter anderem Rückstände aus dem Prägeprozess oder aus Feuchtigkeit. Können den Sammlerwert mindern.
Mint Mark (MĂĽnzzeichen)
Kurzbuchstabe oder Symbol auf der Münze, kennzeichnet die Prägestätte. Deutsche Prägezeichen: A (Berlin), D (München), F (Stuttgart), G (Karlsruhe), J (Hamburg).
Motivvariante
Siehe Privy Mark.
MĂĽnze Ă–sterreich
Prägestätte der Republik Österreich mit Sitz in Wien. Prägt unter anderem den Wiener Philharmoniker, den Vier-Dukaten und die Sammlermünzenserien der Republik.
MĂĽnzkassette
Aufbewahrungsbehälter mit passgenauen Einlagen für Münzen in Kapseln oder Blistern. Häufig aus Holz oder gepolstertem Kunststoff.
N
Nachprägung
Erneute Prägung einer historischen Münze mit dem Originalmotiv, in der Regel im ursprünglichen Feingehalt und mit klarer Kennzeichnung als Nachprägung. Beispiele: Wiener Vier-Dukaten, österreichische Corona-Prägungen, Sovereign-Nachprägungen der Isle of Man.
Nennwert (Nominal)
Auf der Münze aufgeprägter Wert als gesetzliches Zahlungsmittel. Bei Anlage- und Sammlermünzen in der Regel deutlich unter dem Materialwert.
NGC (Numismatic Guaranty Company)
US-amerikanischer Grading-Dienst. Vergibt Zustandsnoten nach der Sheldon-Skala und versiegelt MĂĽnzen in nummerierten Slabs.
Numismatik
Wissenschaft und Sammelgebiet rund um Münzen, Medaillen und Geldgeschichte. Umfasst Prägetechnik, Motivkunde, Katalogisierung, Geldgeschichte.
Numismatischer Wert
Sammlerwert einer MĂĽnze ĂĽber den reinen Materialwert hinaus. Ergibt sich aus Auflage, Erhaltungsgrad, Motiv, Historie und Marktnachfrage.
O
Osmium
Edelmetall aus der Platingruppe. FĂĽr klassische Anlagezwecke selten, kristallines Osmium wird in Nischen als Sachwert gehandelt.
Oxidation
Chemische Reaktion eines Metalls mit Sauerstoff. Bei Gold nicht vorkommend, bei Silber als Anlaufen sichtbar, bei Kupferlegierungen als Patina.
P
Palladium
Edelmetall aus der Platingruppe. Anlage- und SammlermĂĽnzen zum Beispiel Maple Leaf Palladium (Feingehalt 999,5/1000).
PAMP Suisse
Schweizer Raffinerie, LBMA-akkreditiert. Bekannt für Prägebarren mit Motiv „Lady Fortuna“.
Panda
Chinesische Anlage- und Sammlermünzenserie der China Gold Coin Corporation, seit 1982. Jährlich wechselndes Panda-Motiv. Seit 2016 Grammatur statt Feinunze (30 g, 15 g, 8 g, 3 g, 1 g).
Patina
Alterungsschicht auf Münzen, insbesondere Silber und Bronze. Bei historischen Münzen sammlerisch geschätzt, bei modernen Prägungen in der Regel unerwünscht.
PCGS (Professional Coin Grading Service)
US-amerikanischer Grading-Dienst, konkurrierend mit NGC.
Perth Mint
Prägestätte in Westaustralien, Sitz Perth. Prägt Australian Kangaroo, Lunar-Serien, Koala, Kookaburra und zahlreiche Auftragsprägungen.
Platin
Edelmetall aus der Platingruppe. Anlage- und SammlermĂĽnzen zum Beispiel Platin Maple Leaf, Platin Philharmoniker, Platin Britannia (Feingehalt 999,5/1000).
Polierte Platte (PP)
Prägequalität mit spiegelnd polierten Feldern und mattgestrahltem Relief. Erfordert polierte Prägestempel, langsameren Prägeprozess und Handhabung mit Handschuhen. Höchste Standard-Sammlerqualität in Deutschland. Englische Bezeichnung: Proof (PR, PF).
Prägebarren
Barren, der aus einem Metallband ausgestanzt und geprägt wird. Glatte, präzise Oberfläche. Typisch für kleinere Formate bis 500 g.
Prägeglanz
Frischer, seidiger Glanz einer neu geprägten Münze. Verlust durch Reibung, Kratzer oder unsachgemäße Reinigung.
Prägequalität
Herstellungsbedingte Ausführung einer Münze, vom Emittenten festgelegt und im Zertifikat ausgewiesen. Gängige Stufen: Brillant-Uncirculated (BU), Stempelglanz (ST), Handgehoben (hgh), Polierte Platte (PP), dazu Sonderformen wie Antik-Finish oder Hochrelief. Nicht zu verwechseln mit dem Erhaltungsgrad, der den Zustand eines konkreten Exemplars beschreibt.
Prägestätte
Betrieb, in dem Münzen geprägt werden. Beispiele: South African Mint, Royal Canadian Mint, Perth Mint, Bayerisches Hauptmünzamt, Staatliche Münze Berlin.
Privy Mark (Motivvariante)
Kleines Zusatzsymbol auf einer Münze, oft anlässlich eines Ereignisses (Messe, Jubiläum) auf einer Sonderauflage der regulären Serie ergänzt.
Proof
Englische Bezeichnung fĂĽr Polierte Platte.
Q
Qualität
Siehe Prägequalität.
Queen’s Beasts / King’s Beasts
Sammlermünzenserie der Royal Mint mit den heraldischen Tieren der britischen Krone, seit 2016. Motive nach Skulpturen von James Woodford für die Krönung Elizabeths II. Fortsetzung unter Charles III. als „Tudor Beasts“.
R
Raffinerie
Siehe Scheideanstalt.
Rand Refinery
Südafrikanische Raffinerie, LBMA-akkreditiert. Prägepartner der südafrikanischen Reserve Bank für den Krügerrand.
Randschrift
Auf dem schmalen Rand einer Münze eingeprägter Text. Kann Motto, Feingehalt oder Sicherheitsmerkmal sein. Beispiel: „Einigkeit und Recht und Freiheit“ auf deutschen 2-Euro-Umlaufmünzen.
Regelbesteuerung
Umsatzbesteuerung zum vollen Steuersatz auf den gesamten Verkaufspreis. Gilt fĂĽr steuerpflichtige Edelmetallprodukte, fĂĽr die keine Differenzbesteuerung angewendet wird. GegenstĂĽck: Differenzbesteuerung.
Reliefprägung
Erhabene Motivdarstellung. GegenstĂĽck zur vertieften Gravur. Bei SammlermĂĽnzen Standard.
Revers
Rückseite einer Münze. Trägt in der Regel Nennwert, Emittent, Prägejahr, gelegentlich das zweitwichtigste Motiv. Gegensatz: Avers.
Rhodium
Edelmetall aus der Platingruppe. Für Anlagezwecke selten, gelegentlich als hauchdünne Veredelung („rhodiniert“) auf Silbermünzen eingesetzt, um Anlaufen zu verhindern.
Riffelung (Riffelrand)
Feine Kerben am MĂĽnzrand. Historisch entwickelt, um das illegale Beschneiden edelmetallhaltiger MĂĽnzen zu erschweren. Bei modernen MĂĽnzen zugleich Sicherheits- und Gestaltungsmerkmal.
Ronde
Vor der Prägung ausgestanzter, unbedruckter Rohling. Wird in der Prägepresse zwischen Ober- und Unterstempel zur fertigen Münze geprägt.
Royal Canadian Mint (RCM)
Staatliche Prägestätte Kanadas, Sitz Ottawa. Prägt Maple-Leaf-Serie, Wildlife-Serie und zahlreiche internationale Auftragsprägungen.
Royal Mint
Staatliche Prägestätte des Vereinigten Königreichs, Sitz Llantrisant (Wales). Prägt Britannia, Sovereign, Queen’s/King’s Beasts und zahlreiche Sammleremissionen.
Ruthenium-Veredelung
Nachträgliche Beschichtung einer geprägten Münze mit Ruthenium, einem Metall der Platingruppe. Erzeugt eine dunkle, schwarz glänzende Oberfläche. Verbreitet in Sammler-Sonderausgaben.
S
Sachwert
Materiell verkörperter Wert, der unabhängig von einer bestimmten Währung existiert. Münzen und Barren aus Edelmetallen zählen zu den Sachwerten. Kein reguliertes Finanzprodukt.
SammlermĂĽnze
Münze, die primär für den Sammlermarkt geprägt wird. Höhere Aufgelder als Anlagemünzen, geringere Auflagen, aufwendige Prägequalitäten und Verpackungen.
Scheideanstalt (Raffinerie)
Betrieb, der Edelmetalle raffiniert, das heißt aus Erzen, Recycling oder Altbeständen in Feinmetall überführt. Beispiele: Heraeus, Umicore, Argor-Heraeus, Valcambi, PAMP Suisse, Rand Refinery.
Sheldon-Skala
Von William Sheldon 1949 entwickeltes numerisches Erhaltungsgradsystem, Werte von 1 (poor) bis 70 (perfect mint state). Grundlage der Bewertungen von NGC und PCGS.
Sicherheitsmerkmal
Prägetechnisches Detail zur Fälschungssicherung. Beispiele: Mikroprägung, radiale Linien und Sicherheitsloch beim Maple Leaf, „Bullion DNA“ der Royal Canadian Mint, Latentbild, Mikroschrift und Wellenoberfläche bei der Britannia ab Jahrgang 2021.
Slab
Versiegelter Kunststoffhalter eines Grading-Dienstes. Enthält Note, Zertifikatsnummer und Barcode.
Somalischer Elefant
Sammlermünzenserie für die Republik Somalia, seit 2004, mit jährlich wechselndem Elefanten-Motiv. Prägung bis Jahrgang 2013 durch das Bayerische Hauptmünzamt, seither durch die Leipziger Edelmetallverarbeitung (Geiger Edelmetalle).
Sovereign
Historische britische GoldmĂĽnze der Royal Mint mit dem Motiv des heiligen Georg (Benedetto Pistrucci, 1817). Nennwert 1 Pfund, Feingewicht 7,32238 g, Feingehalt 916,67/1000.
Spotpreis
Aktueller Marktpreis für ein Edelmetall im Interbankenmarkt, bezogen auf eine Feinunze. Referenzgröße für die Preiskalkulation von Anlagemünzen und Barren.
Staatliche MĂĽnzen Deutschlands
Fünf Prägestätten: Staatliche Münze Berlin (A), Bayerisches Hauptmünzamt München (D), Staatliche Münze Stuttgart (F), Staatliche Münzen Baden-Württemberg / Karlsruhe (G), Hamburgische Münze (J).
Stempelglanz (ST)
Erhaltungsgrad für Kursmünzen ohne Umlaufspuren, mit vollem Prägeglanz. In Deutschland Standardklasse für frisch geprägte, unzirkulierte Umlaufmünzen.
T
Tampondruck (Farbveredelung)
Nachträgliche partielle Farbauftragung auf geprägte Münzen, etwa auf Motivelemente. Verbreitet bei modernen Sammlerprägungen (Tierserien, Ereignismotive).
Themenbox
Siehe Box.
Tresor
Verschlossener, einbruchhemmender Behälter zur privaten Aufbewahrung. Klassifizierung nach europäischer Widerstandsgrad-Norm EN 1143-1, im Privatbereich üblich die Grade 0 bis VI. Grundlage für Versicherungssummen bei Hausrat- oder Sonderversicherungen.
Troy Ounce
Siehe Feinunze.
U
Umicore
Belgische Materialtechnologie- und Recycling-Gruppe. Prägt LBMA-akkreditierte Goldbarren.
UmlaufmĂĽnze
Für den täglichen Zahlungsverkehr geprägte Kursmünze. Nicht mit Sammler- oder Anlagemünze verwechseln, auch wenn manche Umlaufmünzen (etwa 2-Euro-Gedenkmünzen) Sammlerinteresse wecken.
Umschrift
Siehe Legende.
V
Valcambi
Schweizer Raffinerie, LBMA-akkreditiert. Bekannt unter anderem fĂĽr den CombiBar.
Vergoldung (Feingoldauflage)
Dünner Goldauftrag auf Silber- oder Basismetallmünzen. Für Sammlermünzen mit klarer Kennzeichnung, nicht mit Vollgold verwechseln. Bei Silbermünzen häufig auf einzelne Motivelemente begrenzt („teilvergoldet“).
Vier-Dukaten
Österreichische Goldnachprägung der Münze Österreich. Bruttogewicht 13,9636 g, Feingehalt 986/1000, Feingewicht rund 13,77 g. Jährliche Neuprägung des klassischen Vier-Dukaten-Motivs.
W
Wertseite
Seite einer Münze, die Nennwert und Emittent trägt. Bei modernen Anlage- und Sammlermünzen meist identisch mit dem Avers, bei einigen Serien mit dem Revers.
Wiener Philharmoniker
Österreichische Anlage- und Sammlermünze der Münze Österreich, seit 1989 (Gold) bzw. 2008 (Silber) und 2016 (Platin). Motiv: Instrumente der Wiener Philharmoniker. Feingehalt Gold 999,9/1000, Silber 999/1000, Platin 999,5/1000. Erste europäische Anlagemünze in Euro-Nennwert.
Z
Zainende
Randbereich am Ende eines Metallbandes bei der Rondenherstellung. Kann bei fehlerhafter Fertigung als Fehlprägung („Zainenden-Fehler“) auftreten.
Zertifikat
Siehe Echtheitszertifikat.
Zertifikatsnummer
Individuelle Nummer auf dem Echtheitszertifikat einer limitierten Auflage. Ordnet die MĂĽnze einem konkreten Exemplar innerhalb der Auflage zu.
Zollfreilager
Siehe Freilager.
Zweitmarkt
Handel mit bereits einmal ausgegebenen Sammlermünzen zwischen Sammlern und Händlern. Im Unterschied zum Erstmarkt (Erstverkauf durch den Emittenten oder Vertriebspartner).
Deutsche SammlermĂĽnzen
5-DM-GedenkmĂĽnze (Silber)
Erste GedenkmĂĽnzenserie der Bundesrepublik, 1952 bis 1979. Feingehalt 625/1000 Silber, 11,2 g Gesamtgewicht.
10-DM-GedenkmĂĽnze (Silber)
Fortführung der Gedenkmünzenprägung, 1972 bis 2001. Feingehalt 625/1000 (bis 1997) bzw. 925/1000 (ab 1998), 15,5 g bzw. 18,0 g.
10-Euro-GedenkmĂĽnzen (Silber)
Deutsche SammlermĂĽnzenserie 2002 bis 2015. Feingehalt 925/1000 (bis 2010) bzw. 625/1000 (2011 bis 2015). Nachfolger ab 2016: 20-Euro-SilbermĂĽnzen mit Feingehalt 925/1000.
5-Euro-MĂĽnze mit Polymerring
Erste deutsche Polymerring-Serie. 2016 „Planet Erde“, 2017 bis 2021 die Reihe „Klimazonen der Erde“. Kupfer-Nickel-Kern, farbiger Polymerring als Sicherheitsmerkmal.
10-Euro-MĂĽnze mit Polymerring
Serie „Luft bewegt“, 2019 bis 2021. Gleiche Technik wie die 5-Euro-Reihe, größerer Durchmesser.
20-Euro-SilbergedenkmĂĽnze
Aktuelle deutsche Sammlermünzenserie, seit 2016. Feingehalt 925/1000 Silber, 18,0 g. Prägequalitäten Stempelglanz und Polierte Platte.
100-Euro-GoldmĂĽnze
Deutsche Goldsammlermünze, seit 2002 mit jährlich wechselndem Motiv (zunächst UNESCO-Welterbe, später Serie „Säulen der Demokratie“ u. a.). Feingehalt 999,9/1000, Feingewicht 15,5517 g (1/2 Feinunze).
200-Euro-GoldmĂĽnze
Einmalige Emission 2002 zur EinfĂĽhrung des Euro-Bargelds. Feingehalt 999,9/1000, Feingewicht 1 Feinunze.
DDR-GedenkmĂĽnzen
Prägungen der Deutschen Demokratischen Republik von 1966 bis 1990. In Nickel, Silber und in Sonderausgaben Gold. Sammelmarkt in Deutschland etabliert.
Steuer und Recht
Anlagegold-Verzeichnis
Vom Bundesfinanzministerium jährlich veröffentlichte Liste der Goldmünzen, die die Kriterien für Anlagegold erfüllen und damit mehrwertsteuerfrei gehandelt werden können.
Spekulationsfrist
Frist nach § 23 EStG für private Veräußerungsgeschäfte. Bei Gewinnen aus dem Verkauf von Edelmetallen oder Münzen sind Erträge nach Ablauf eines Jahres seit Anschaffung steuerfrei. Für die konkrete Anwendung im Einzelfall Steuerberatung erforderlich.
§ 25a UStG
Regelung zur Differenzbesteuerung im Umsatzsteuergesetz.
§ 25c UStG
Regelung zur Steuerbefreiung von Anlagegold im Umsatzsteuergesetz.
Superior Coins
Der Wissens-Blog
Was von 100.000 Euro nach zehn Jahren ĂĽbrig ist
100.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto. Nach zehn Jahren stehen 113.600 Euro auf dem Kontoauszug. Und 82.088 Euro Kaufkraft im Korb.
Wie viel Gold gehört ins Depot
Woran sich der Goldpreis wirklich orientiert
Eine Feinunze in Gramm, und was der Feingehalt damit zu tun hat
Zwei MĂĽnzen, drei Gramm Unterschied, dieselbe Angabe. Eine Unze Gold. Das MaĂź dahinter ist auf das zehntausendstel Gramm festgelegt und stammt von einem mittelalterlichen Jahrmarkt.
Warum die erste MĂĽnze einer Serie eine Sonderstellung hat
Fünf Motive, jedes auf maximal 500 Exemplare begrenzt, geprägt zwischen 2019 und 2021. Drei sind einzeln zu haben. Zwei nicht mehr. Der Grund liegt im Jahr der Ausgabe.
Aufgeld erklärt, zwei Preislogiken bei einer Münze
Vier MĂĽnzen, ein Motiv, jede mit einer Unze Gold 999,9. Zwischen der ersten und der letzten liegt ein Vielfaches. Im Metall liegt der Unterschied nicht.
Polierte Platte und Stempelglanz, woran der Unterschied zu erkennen ist
Spot, Fixing, Futures: drei Preise fĂĽr ein Metall
A
Abschlag
Sonderprägung eines Motivs in einem abweichenden Metall oder einer abweichenden Qualität, etwa ein Silberabschlag einer Goldmünze. Wird oft in kleiner Auflage aufgelegt.
Agio
Siehe Aufgeld.
American Buffalo
Anlage- und Sammlermünze der United States Mint, seit 2006. Motiv nach dem historischen „Indian Head“ Nickel von James E. Fraser. Feingehalt 999,9/1000 Gold.
American Eagle
Anlage- und Sammlermünzenserie der United States Mint, seit 1986. Gold Eagle mit Feingehalt 916,67/1000 (22 Karat, Legierung mit Silber und Kupfer), unverändert auch beim 2021 eingeführten Reversmotiv („Type 2“). Silver Eagle mit Feingehalt 999/1000. Auch in Platin und Palladium.
Ankaufspreis
Preis, zu dem ein Händler eine Münze oder einen Barren vom Kunden zurücknimmt. Liegt konstruktionsbedingt unter dem Verkaufspreis, die Differenz ergibt den Handelsspread.
Anlagegold
Steuerrechtlich definierte Kategorie nach EU-Richtlinie 2006/112/EG und § 25c UStG. In der EU von der Mehrwertsteuer befreit. Für Barren und Plättchen gilt ein Feingehalt von mindestens 995/1000. Für Goldmünzen gelten eigene Kriterien: Feingehalt mindestens 900/1000, Prägung nach dem Jahr 1800, gesetzliches Zahlungsmittel im Ursprungsland, Verkaufspreis maximal 80 % über dem Goldwert. Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht jährlich eine Anlagegold-Liste.
AnlagemĂĽnze
Münze, die primär zum Zweck des Metallbesitzes geprägt wird. Preis orientiert sich am Materialwert plus geringem Aufgeld. Beispiele: Krügerrand, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf, American Eagle, Britannia, Australian Kangaroo.
Anlaufen
Chemische Oberflächenveränderung, insbesondere bei Silbermünzen. Reaktion von Silber mit Schwefelverbindungen aus der Luft. Sichtbar als gelbliche bis dunkle Verfärbung. Nicht durch Politur entfernen, das zerstört den Prägeglanz und mindert den Sammlerwert.
Antik-Finish (Antique Finish)
Prägequalität, bei der die Oberfläche künstlich patiniert wird, um einen historisch wirkenden, matten Charakter zu erzeugen. Verbreitet bei Sammlerprägungen der Perth Mint und anderer Prägestätten.
Aufgeld
Aufschlag auf den reinen Metallwert einer Münze oder eines Barrens. Deckt Prägekosten, Vertrieb, Zertifizierung, Lagerhaltung und die Marge des Händlers. Bei Sammlermünzen kommen Auflagenhöhe, Motiv und Nachfrage hinzu. Wird in Prozent oder absolut ausgewiesen.
Auflage
Maximale Gesamtstückzahl einer Prägung. Bei Sammlermünzen häufig limitiert und im Echtheitszertifikat vermerkt.
Ausgabejahr
Jahr der ersten Prägung einer Münze. Nicht zwingend identisch mit dem Prägejahr, das auf der Münze steht (bei Serienprägungen fortlaufend).
Australian Kangaroo (Känguru)
Anlage- und Sammlermünzenserie der Perth Mint. Feingehalt 999,9/1000 Gold bzw. 999,9/1000 Silber. Jährlich wechselndes Känguru-Motiv.
Avers
Vorderseite einer Münze, auch Hauptseite. Trägt in der Regel das Hauptmotiv oder das Porträt des Staatsoberhaupts. Gegensatz: Revers.
B
BankschlieĂźfach
Bei einer Bank angemietetes verschlossenes Fach zur Aufbewahrung werthaltiger Gegenstände. Alternative zum privaten Tresor. Keine gesetzliche Werthaftung durch die Bank, Versicherung getrennt zu regeln.
Barren
Standardisiertes Edelmetallprodukt in Riegel- oder Plattenform. Unterscheidung nach Herstellungsverfahren (Prägebarren, Gussbarren) und Format (Kilobarren, Feinunze, Grammatur).
Bayerisches HauptmĂĽnzamt
Prägestätte des Freistaats Bayern mit Sitz in München. Prägt deutsche Euro-Umlaufmünzen (Prägezeichen „D“) sowie Sammler- und Auftragsprägungen, bis 2013 unter anderem den Somalischen Elefanten.
Bimetall-MĂĽnze
MĂĽnze aus zwei unterschiedlichen Metallen, typischerweise ein innerer Kern und ein umgebender Ring. Beispiel: 2-Euro-UmlaufmĂĽnze. Bei den deutschen Polymerring-Serien tritt an die Stelle des zweiten Metalls ein farbiger Kunststoffring.
Blister
Transparente Kunststoffverpackung, die eine Münze fixiert und vor Berührung schützt. Häufig für einzeln versandte Anlagemünzen oder -barren.
Box (Themenbox)
Aufbewahrungs- und Verkaufseinheit, die mehrere Sammlermünzen zu einem Thema zusammenfasst. Enthält üblicherweise Echtheitszertifikat.
Brillant-Uncirculated (BU)
Prägequalität mit sauberem, gleichmäßigem Prägeglanz. Standardqualität für Anlagemünzen und viele Umlaufgedenkmünzen. Keine Handpolitur, jedoch sorgfältige Behandlung nach der Prägung.
Britannia
Britische Anlage- und SammlermĂĽnzenserie der Royal Mint mit dem Motiv der Personifikation Britanniens. Seit 2013 in Gold mit Feingehalt 999,9/1000 (zuvor 916,67/1000) und in Silber mit 999/1000 (zuvor 958/1000 Britanniasilber). Ab Jahrgang 2021 mit erweiterten Sicherheitsmerkmalen.
Bruttogewicht
Gesamtgewicht einer MĂĽnze inklusive Legierungsanteilen. Nicht identisch mit dem Feingewicht.
BullionmĂĽnze
Siehe AnlagemĂĽnze.
C
Casa de Moneda de México
Staatliche Prägestätte Mexikos, gegründet 1535, älteste Prägestätte Nordamerikas. Prägt unter anderem die Libertad-Serie.
Chain of Integrity
Von der LBMA definierte lĂĽckenlose NachweisfĂĽhrung von der Raffinerie ĂĽber die Lagerung bis zum Handel. Grundlage fĂĽr Good-Delivery-Status.
China Gold Coin Corporation
Emittent der chinesischen Panda-MĂĽnzen, Tochter der chinesischen Zentralbank.
CombiBar
Prägebarren mit vorgestanzten Bruchstellen, die sich ohne Wertverlust in kleinere Einheiten (typischerweise 1 g) trennen lassen. Marke der Schweizer Raffinerie Valcambi.
Cook Islands, Niue, Palau, Tokelau, Ruanda
Ausgabeländer zahlreicher Sammlermünzen. Nominalwert in lokaler Währung, tatsächliche Prägung häufig durch europäische Prägestätten im Auftrag des jeweiligen Staates.
D
Denar
Historische Silbermünze, prägend für die Römische Republik und das Kaiserreich. Namensgeber späterer Währungen (Dinar).
Differenzbesteuerung
Umsatzsteuerregelung nach § 25a UStG. Für steuerpflichtige Sammlermünzen, insbesondere Silbermünzen aus Nicht-EU-Ländern, wird die Mehrwertsteuer nur auf die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis erhoben. Für Endkunden ergibt sich eine niedrigere effektive Steuerbelastung als bei Regelbesteuerung.
Dukat
Historische Goldmünze mit Feingehalt 986/1000. Über Jahrhunderte europäische Handelsmünze. Wird von einigen Prägestätten bis heute in Nachprägungen aufgelegt (etwa Wiener Vier-Dukaten der Münze Österreich).
E
Echtheitszertifikat
Von der Prägestätte oder dem Emittenten ausgestelltes Dokument mit Angaben zu Material, Feingehalt, Gewicht, Auflage, Prägestätte und Motiv. Bei limitierten Ausgaben mit individueller Zertifikatsnummer.
Emission
Ausgabe einer MĂĽnze durch den Emittenten (in der Regel Staat oder Zentralbank).
Emissionspreis (Erstausgabepreis)
Preis, zu dem der Emittent oder Erstvertreiber eine MĂĽnze im Erstmarkt anbietet.
Erhaltungsgrad
Bewertung des Zustands einer Münze für den Zweitmarkt. Bei modernen Sammlermünzen üblicherweise durch Angabe der Prägequalität ersetzt (BU, PP, Handgehoben), bei historischen Münzen zentrales Kriterium. Deutsche Skala von schlecht (sch) bis Stempelglanz (stgl.), angelsächsische Sheldon-Skala von 1 bis 70.
Erstmarkt
Erstverkauf einer MĂĽnze durch den Emittenten oder einen autorisierten Vertriebspartner, zum Emissionspreis. GegenstĂĽck: Zweitmarkt.
Erstprägung
Prägung eines Motivs bei erstmaliger Emission, oft mit besonderer Sammelnachfrage. Nicht mit „Erstschlag“ (First Strike) im Sinne US-amerikanischer Grading-Attribute verwechseln.
Erstschlag (First Strike)
Attribut US-amerikanischer Grading-Dienste für Münzen, die innerhalb einer festgelegten Frist nach Emissionsbeginn zur Bewertung eingereicht wurden. Sagt nichts über die Position innerhalb der Prägereihenfolge aus.
F
Fehlprägung
Münze mit produktionsbedingten Abweichungen (Dezentrierung, doppelte Prägung, fehlender Rand, falsche Ronde). Kann den Sammlerwert erhöhen, wenn Herkunft und Fehlerbild eindeutig belegbar sind.
Feingehalt
Anteil des Edelmetalls an der Gesamtmasse einer MĂĽnze oder eines Barrens, angegeben in Tausendstel (999,9 = 99,99 % Feingold).
Feingewicht
Masse des reinen Edelmetalls in einer Münze oder einem Barren, unabhängig von der Legierung. Beispiel: Krügerrand 1 Unze hat Bruttogewicht 33,93 g und Feingewicht 31,10 g.
Feinunze (Troy Ounce, oz)
StandardmaĂźeinheit im Edelmetallhandel. Eine Feinunze entspricht 31,1034768 g. Grundlage fĂĽr die Notierung des Spotpreises.
Freilager (Zollfreilager)
Lagerhaus in einem Zollfreigebiet. Edelmetalle können dort ohne Anfall der Einfuhrumsatzsteuer gelagert und gehandelt werden. Relevant im institutionellen Bereich, nicht im typischen Privatkundengeschäft.
G
GedenkmĂĽnze
Münze, die anlässlich eines Ereignisses, einer Person oder eines Themas ausgegeben wird. Kann Kursmünzenstatus haben (Nennwert, gesetzliches Zahlungsmittel) oder ausschließlich Sammlerwert darstellen.
Good Delivery
Standard der LBMA für handelsfähige Barren im Interbankenmarkt (Gold: 350 bis 430 Feinunzen, Feingehalt mindestens 995/1000). Nicht relevant für den Privatkundenhandel, gelegentlich als Qualitätsreferenz für akkreditierte Prägestätten genannt.
Grading
Standardisierte Zustandsbewertung durch spezialisierte Dienste (NGC, PCGS, ANACS). Die Münze wird bewertet, in einen versiegelten Halter („Slab“) eingeschlossen und mit einer Note (etwa MS-70, PF-70) versehen.
Grammatur
Angabe des Feingewichts in Gramm. Bei chinesischen Panda-Münzen seit 2016 offizielle Größenangabe (30 g, 15 g, 8 g, 3 g, 1 g) statt der zuvor üblichen Feinunzen.
Gussbarren
Barren, der durch Ausgießen flüssigen Metalls in eine Form entsteht. Erkennbar an unregelmäßiger, matter Oberfläche. Typisch für größere Formate ab 500 g.
H
Handelsspread
Differenz zwischen dem Verkaufspreis eines Händlers und seinem Ankaufspreis für dasselbe Produkt. Maß für die Handelsspanne und für die Kosten eines schnellen Wiederverkaufs.
Handgehoben (hgh)
Prägequalität zwischen Stempelglanz und Polierter Platte. Frisch geprägt, matter Grund, teils spiegelnde Flächen. Wird per Hand mit weichen Handschuhen behandelt, um Kontaktspuren zu vermeiden.
Heraeus
Deutsche Scheideanstalt und Barrenhersteller mit Sitz in Hanau. LBMA-akkreditiert.
Hochrelief (High Relief)
Prägeverfahren mit besonders tief geprägten Konturen. Motiv steht deutlich erhaben aus der Münzfläche hervor. Erfordert höheren Prägedruck und mehrfache Prägevorgänge, dadurch häufig limitiert.
I
Isle of Man
Britische Kronbesitzung mit eigener Münzausgabe (Sovereign-Nachprägungen, Serie „Angel“, Katzen- und Hundeserien).
J
Jahrgang
Prägejahr einer Münze. Bei Serien wie Wiener Philharmoniker oder Krügerrand jährlich unverändertes Motiv, bei anderen Serien jahrgangsspezifische Motivvarianten (etwa Lunar-Serie, Panda).
K
Kapsel
Runder Kunststoffbehälter, in dem eine Münze fixiert wird. Schutz vor Kratzern, Fingerabdrücken und mechanischer Belastung.
Karat
Traditionelle Feingehaltsangabe für Gold. 24 Karat = 999/1000 (Feingold), 22 Karat = 916,67/1000 (klassisch Krügerrand, Sovereign), 18 Karat = 750/1000 (Schmuck). Für Anlage- und Sammlermünzen zunehmend durch die Angabe in Tausendstel abgelöst.
Kilobarren
Barren mit einem Feingewicht von 1000 g. Standardformat im institutionellen und im höheren Privatkundenbereich.
Koala
Australische Silbermünzenserie der Perth Mint, seit 2007. Jährlich wechselndes Koala-Motiv. Feingehalt 999/1000 bis Jahrgang 2017, ab 2018 999,9/1000.
Kookaburra
Australische SilbermĂĽnzenserie der Perth Mint. Motiv der gleichnamigen Vogelart, seit 1990. Feingehalt 999/1000 bis Jahrgang 2017, ab 2018 999,9/1000.
KrĂĽgerrand
Südafrikanische Anlagemünze, seit 1967. Legierung 916,67/1000 Gold mit Kupferanteil, dadurch charakteristisch rötliche Färbung. Erste massenhaft gehandelte Anlagemünze der Neuzeit. 1-Unze-Ausgabe: Feingewicht 31,10 g, Bruttogewicht 33,93 g. Seit 2017 auch als Silberkrügerrand (999/1000) und Platinkrügerrand.
KursmĂĽnze
Münze mit Nennwert und Status als gesetzliches Zahlungsmittel, für den täglichen Zahlungsverkehr vorgesehen. Anlagemünzen wie Krügerrand oder Maple Leaf tragen zwar einen Nennwert, sind aber praktisch nicht als Zahlungsmittel im Umlauf.
L
LBMA (London Bullion Market Association)
Branchenverband des Londoner Edelmetallmarkts. Akkreditiert Raffinerien nach dem Good-Delivery-Standard und veröffentlicht den täglichen LBMA-Referenzpreis für Gold und Silber (vormals „London Fixing“).
Legende (Umschrift)
Text, der um das Motiv einer Münze läuft. Nennt in der Regel Emittent, Jahrgang, Feingehalt und Nennwert.
Libertad
Mexikanische Anlage- und Sammlermünzenserie der Casa de Moneda de México. Motiv „Engel der Unabhängigkeit“. Erhältlich in Gold und Silber, ohne aufgeprägten Nennwert.
Limitierte Auflage
Prägung mit vorab festgelegter Maximalstückzahl. Nach Erreichen der Auflage werden keine weiteren Exemplare geprägt.
LPPM (London Platinum and Palladium Market)
Pendant zur LBMA fĂĽr Platin und Palladium, akkreditiert Raffinerien fĂĽr diese beiden Metalle.
Lunar-Serie
Sammlermünzenserien nach dem chinesischen Mondkalender mit den zwölf Tierkreiszeichen. Auflagen unter anderem durch Perth Mint (Lunar I, II und III), Royal Canadian Mint und andere.
M
Maple Leaf
Kanadische Anlage- und Sammlermünzenserie der Royal Canadian Mint, seit 1979 (Gold). Feingehalt 999,9/1000 Gold und Silber, 999,5/1000 Platin und Palladium. Sicherheitsmerkmale: Mikroprägung „RCM“ und radiale Linien, seit 2015 „Bullion DNA“-Identifikation.
Materialwert
Wert einer MĂĽnze oder eines Barrens, berechnet aus Feingewicht und aktuellem Spotpreis des enthaltenen Metalls. Untergrenze der Preisbildung bei AnlagemĂĽnzen.
Medaille
Münzähnliches Metallstück ohne Nennwert und ohne Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Wird von privaten oder staatlichen Prägestätten in freier Gestaltung geprägt.
Mehrwertsteuer (MwSt)
Umsatzsteuer nach dem UStG. Anlagegold ist in Deutschland von der MwSt befreit. Silber-, Platin- und PalladiummĂĽnzen unterliegen dem Regelsteuersatz von 19 % oder der Differenzbesteuerung, sofern anwendbar.
Milchflecken
Weißliche, matte Oberflächenveränderungen auf Silbermünzen. Ursachen diskutiert, unter anderem Rückstände aus dem Prägeprozess oder aus Feuchtigkeit. Können den Sammlerwert mindern.
Mint Mark (MĂĽnzzeichen)
Kurzbuchstabe oder Symbol auf der Münze, kennzeichnet die Prägestätte. Deutsche Prägezeichen: A (Berlin), D (München), F (Stuttgart), G (Karlsruhe), J (Hamburg).
Motivvariante
Siehe Privy Mark.
MĂĽnze Ă–sterreich
Prägestätte der Republik Österreich mit Sitz in Wien. Prägt unter anderem den Wiener Philharmoniker, den Vier-Dukaten und die Sammlermünzenserien der Republik.
MĂĽnzkassette
Aufbewahrungsbehälter mit passgenauen Einlagen für Münzen in Kapseln oder Blistern. Häufig aus Holz oder gepolstertem Kunststoff.
N
Nachprägung
Erneute Prägung einer historischen Münze mit dem Originalmotiv, in der Regel im ursprünglichen Feingehalt und mit klarer Kennzeichnung als Nachprägung. Beispiele: Wiener Vier-Dukaten, österreichische Corona-Prägungen, Sovereign-Nachprägungen der Isle of Man.
Nennwert (Nominal)
Auf der Münze aufgeprägter Wert als gesetzliches Zahlungsmittel. Bei Anlage- und Sammlermünzen in der Regel deutlich unter dem Materialwert.
NGC (Numismatic Guaranty Company)
US-amerikanischer Grading-Dienst. Vergibt Zustandsnoten nach der Sheldon-Skala und versiegelt MĂĽnzen in nummerierten Slabs.
Numismatik
Wissenschaft und Sammelgebiet rund um Münzen, Medaillen und Geldgeschichte. Umfasst Prägetechnik, Motivkunde, Katalogisierung, Geldgeschichte.
Numismatischer Wert
Sammlerwert einer MĂĽnze ĂĽber den reinen Materialwert hinaus. Ergibt sich aus Auflage, Erhaltungsgrad, Motiv, Historie und Marktnachfrage.
O
Osmium
Edelmetall aus der Platingruppe. FĂĽr klassische Anlagezwecke selten, kristallines Osmium wird in Nischen als Sachwert gehandelt.
Oxidation
Chemische Reaktion eines Metalls mit Sauerstoff. Bei Gold nicht vorkommend, bei Silber als Anlaufen sichtbar, bei Kupferlegierungen als Patina.
P
Palladium
Edelmetall aus der Platingruppe. Anlage- und SammlermĂĽnzen zum Beispiel Maple Leaf Palladium (Feingehalt 999,5/1000).
PAMP Suisse
Schweizer Raffinerie, LBMA-akkreditiert. Bekannt für Prägebarren mit Motiv „Lady Fortuna“.
Panda
Chinesische Anlage- und Sammlermünzenserie der China Gold Coin Corporation, seit 1982. Jährlich wechselndes Panda-Motiv. Seit 2016 Grammatur statt Feinunze (30 g, 15 g, 8 g, 3 g, 1 g).
Patina
Alterungsschicht auf Münzen, insbesondere Silber und Bronze. Bei historischen Münzen sammlerisch geschätzt, bei modernen Prägungen in der Regel unerwünscht.
PCGS (Professional Coin Grading Service)
US-amerikanischer Grading-Dienst, konkurrierend mit NGC.
Perth Mint
Prägestätte in Westaustralien, Sitz Perth. Prägt Australian Kangaroo, Lunar-Serien, Koala, Kookaburra und zahlreiche Auftragsprägungen.
Platin
Edelmetall aus der Platingruppe. Anlage- und SammlermĂĽnzen zum Beispiel Platin Maple Leaf, Platin Philharmoniker, Platin Britannia (Feingehalt 999,5/1000).
Polierte Platte (PP)
Prägequalität mit spiegelnd polierten Feldern und mattgestrahltem Relief. Erfordert polierte Prägestempel, langsameren Prägeprozess und Handhabung mit Handschuhen. Höchste Standard-Sammlerqualität in Deutschland. Englische Bezeichnung: Proof (PR, PF).
Prägebarren
Barren, der aus einem Metallband ausgestanzt und geprägt wird. Glatte, präzise Oberfläche. Typisch für kleinere Formate bis 500 g.
Prägeglanz
Frischer, seidiger Glanz einer neu geprägten Münze. Verlust durch Reibung, Kratzer oder unsachgemäße Reinigung.
Prägequalität
Herstellungsbedingte Ausführung einer Münze, vom Emittenten festgelegt und im Zertifikat ausgewiesen. Gängige Stufen: Brillant-Uncirculated (BU), Stempelglanz (ST), Handgehoben (hgh), Polierte Platte (PP), dazu Sonderformen wie Antik-Finish oder Hochrelief. Nicht zu verwechseln mit dem Erhaltungsgrad, der den Zustand eines konkreten Exemplars beschreibt.
Prägestätte
Betrieb, in dem Münzen geprägt werden. Beispiele: South African Mint, Royal Canadian Mint, Perth Mint, Bayerisches Hauptmünzamt, Staatliche Münze Berlin.
Privy Mark (Motivvariante)
Kleines Zusatzsymbol auf einer Münze, oft anlässlich eines Ereignisses (Messe, Jubiläum) auf einer Sonderauflage der regulären Serie ergänzt.
Proof
Englische Bezeichnung fĂĽr Polierte Platte.
Q
Qualität
Siehe Prägequalität.
Queen’s Beasts / King’s Beasts
Sammlermünzenserie der Royal Mint mit den heraldischen Tieren der britischen Krone, seit 2016. Motive nach Skulpturen von James Woodford für die Krönung Elizabeths II. Fortsetzung unter Charles III. als „Tudor Beasts“.
R
Raffinerie
Siehe Scheideanstalt.
Rand Refinery
Südafrikanische Raffinerie, LBMA-akkreditiert. Prägepartner der südafrikanischen Reserve Bank für den Krügerrand.
Randschrift
Auf dem schmalen Rand einer Münze eingeprägter Text. Kann Motto, Feingehalt oder Sicherheitsmerkmal sein. Beispiel: „Einigkeit und Recht und Freiheit“ auf deutschen 2-Euro-Umlaufmünzen.
Regelbesteuerung
Umsatzbesteuerung zum vollen Steuersatz auf den gesamten Verkaufspreis. Gilt fĂĽr steuerpflichtige Edelmetallprodukte, fĂĽr die keine Differenzbesteuerung angewendet wird. GegenstĂĽck: Differenzbesteuerung.
Reliefprägung
Erhabene Motivdarstellung. GegenstĂĽck zur vertieften Gravur. Bei SammlermĂĽnzen Standard.
Revers
Rückseite einer Münze. Trägt in der Regel Nennwert, Emittent, Prägejahr, gelegentlich das zweitwichtigste Motiv. Gegensatz: Avers.
Rhodium
Edelmetall aus der Platingruppe. Für Anlagezwecke selten, gelegentlich als hauchdünne Veredelung („rhodiniert“) auf Silbermünzen eingesetzt, um Anlaufen zu verhindern.
Riffelung (Riffelrand)
Feine Kerben am MĂĽnzrand. Historisch entwickelt, um das illegale Beschneiden edelmetallhaltiger MĂĽnzen zu erschweren. Bei modernen MĂĽnzen zugleich Sicherheits- und Gestaltungsmerkmal.
Ronde
Vor der Prägung ausgestanzter, unbedruckter Rohling. Wird in der Prägepresse zwischen Ober- und Unterstempel zur fertigen Münze geprägt.
Royal Canadian Mint (RCM)
Staatliche Prägestätte Kanadas, Sitz Ottawa. Prägt Maple-Leaf-Serie, Wildlife-Serie und zahlreiche internationale Auftragsprägungen.
Royal Mint
Staatliche Prägestätte des Vereinigten Königreichs, Sitz Llantrisant (Wales). Prägt Britannia, Sovereign, Queen’s/King’s Beasts und zahlreiche Sammleremissionen.
Ruthenium-Veredelung
Nachträgliche Beschichtung einer geprägten Münze mit Ruthenium, einem Metall der Platingruppe. Erzeugt eine dunkle, schwarz glänzende Oberfläche. Verbreitet in Sammler-Sonderausgaben.
S
Sachwert
Materiell verkörperter Wert, der unabhängig von einer bestimmten Währung existiert. Münzen und Barren aus Edelmetallen zählen zu den Sachwerten. Kein reguliertes Finanzprodukt.
SammlermĂĽnze
Münze, die primär für den Sammlermarkt geprägt wird. Höhere Aufgelder als Anlagemünzen, geringere Auflagen, aufwendige Prägequalitäten und Verpackungen.
Scheideanstalt (Raffinerie)
Betrieb, der Edelmetalle raffiniert, das heißt aus Erzen, Recycling oder Altbeständen in Feinmetall überführt. Beispiele: Heraeus, Umicore, Argor-Heraeus, Valcambi, PAMP Suisse, Rand Refinery.
Sheldon-Skala
Von William Sheldon 1949 entwickeltes numerisches Erhaltungsgradsystem, Werte von 1 (poor) bis 70 (perfect mint state). Grundlage der Bewertungen von NGC und PCGS.
Sicherheitsmerkmal
Prägetechnisches Detail zur Fälschungssicherung. Beispiele: Mikroprägung, radiale Linien und Sicherheitsloch beim Maple Leaf, „Bullion DNA“ der Royal Canadian Mint, Latentbild, Mikroschrift und Wellenoberfläche bei der Britannia ab Jahrgang 2021.
Slab
Versiegelter Kunststoffhalter eines Grading-Dienstes. Enthält Note, Zertifikatsnummer und Barcode.
Somalischer Elefant
Sammlermünzenserie für die Republik Somalia, seit 2004, mit jährlich wechselndem Elefanten-Motiv. Prägung bis Jahrgang 2013 durch das Bayerische Hauptmünzamt, seither durch die Leipziger Edelmetallverarbeitung (Geiger Edelmetalle).
Sovereign
Historische britische GoldmĂĽnze der Royal Mint mit dem Motiv des heiligen Georg (Benedetto Pistrucci, 1817). Nennwert 1 Pfund, Feingewicht 7,32238 g, Feingehalt 916,67/1000.
Spotpreis
Aktueller Marktpreis für ein Edelmetall im Interbankenmarkt, bezogen auf eine Feinunze. Referenzgröße für die Preiskalkulation von Anlagemünzen und Barren.
Staatliche MĂĽnzen Deutschlands
Fünf Prägestätten: Staatliche Münze Berlin (A), Bayerisches Hauptmünzamt München (D), Staatliche Münze Stuttgart (F), Staatliche Münzen Baden-Württemberg / Karlsruhe (G), Hamburgische Münze (J).
Stempelglanz (ST)
Erhaltungsgrad für Kursmünzen ohne Umlaufspuren, mit vollem Prägeglanz. In Deutschland Standardklasse für frisch geprägte, unzirkulierte Umlaufmünzen.
T
Tampondruck (Farbveredelung)
Nachträgliche partielle Farbauftragung auf geprägte Münzen, etwa auf Motivelemente. Verbreitet bei modernen Sammlerprägungen (Tierserien, Ereignismotive).
Themenbox
Siehe Box.
Tresor
Verschlossener, einbruchhemmender Behälter zur privaten Aufbewahrung. Klassifizierung nach europäischer Widerstandsgrad-Norm EN 1143-1, im Privatbereich üblich die Grade 0 bis VI. Grundlage für Versicherungssummen bei Hausrat- oder Sonderversicherungen.
Troy Ounce
Siehe Feinunze.
U
Umicore
Belgische Materialtechnologie- und Recycling-Gruppe. Prägt LBMA-akkreditierte Goldbarren.
UmlaufmĂĽnze
Für den täglichen Zahlungsverkehr geprägte Kursmünze. Nicht mit Sammler- oder Anlagemünze verwechseln, auch wenn manche Umlaufmünzen (etwa 2-Euro-Gedenkmünzen) Sammlerinteresse wecken.
Umschrift
Siehe Legende.
V
Valcambi
Schweizer Raffinerie, LBMA-akkreditiert. Bekannt unter anderem fĂĽr den CombiBar.
Vergoldung (Feingoldauflage)
Dünner Goldauftrag auf Silber- oder Basismetallmünzen. Für Sammlermünzen mit klarer Kennzeichnung, nicht mit Vollgold verwechseln. Bei Silbermünzen häufig auf einzelne Motivelemente begrenzt („teilvergoldet“).
Vier-Dukaten
Österreichische Goldnachprägung der Münze Österreich. Bruttogewicht 13,9636 g, Feingehalt 986/1000, Feingewicht rund 13,77 g. Jährliche Neuprägung des klassischen Vier-Dukaten-Motivs.
W
Wertseite
Seite einer Münze, die Nennwert und Emittent trägt. Bei modernen Anlage- und Sammlermünzen meist identisch mit dem Avers, bei einigen Serien mit dem Revers.
Wiener Philharmoniker
Österreichische Anlage- und Sammlermünze der Münze Österreich, seit 1989 (Gold) bzw. 2008 (Silber) und 2016 (Platin). Motiv: Instrumente der Wiener Philharmoniker. Feingehalt Gold 999,9/1000, Silber 999/1000, Platin 999,5/1000. Erste europäische Anlagemünze in Euro-Nennwert.
Z
Zainende
Randbereich am Ende eines Metallbandes bei der Rondenherstellung. Kann bei fehlerhafter Fertigung als Fehlprägung („Zainenden-Fehler“) auftreten.
Zertifikat
Siehe Echtheitszertifikat.
Zertifikatsnummer
Individuelle Nummer auf dem Echtheitszertifikat einer limitierten Auflage. Ordnet die MĂĽnze einem konkreten Exemplar innerhalb der Auflage zu.
Zollfreilager
Siehe Freilager.
Zweitmarkt
Handel mit bereits einmal ausgegebenen Sammlermünzen zwischen Sammlern und Händlern. Im Unterschied zum Erstmarkt (Erstverkauf durch den Emittenten oder Vertriebspartner).
Deutsche SammlermĂĽnzen
5-DM-GedenkmĂĽnze (Silber)
Erste GedenkmĂĽnzenserie der Bundesrepublik, 1952 bis 1979. Feingehalt 625/1000 Silber, 11,2 g Gesamtgewicht.
10-DM-GedenkmĂĽnze (Silber)
Fortführung der Gedenkmünzenprägung, 1972 bis 2001. Feingehalt 625/1000 (bis 1997) bzw. 925/1000 (ab 1998), 15,5 g bzw. 18,0 g.
10-Euro-GedenkmĂĽnzen (Silber)
Deutsche SammlermĂĽnzenserie 2002 bis 2015. Feingehalt 925/1000 (bis 2010) bzw. 625/1000 (2011 bis 2015). Nachfolger ab 2016: 20-Euro-SilbermĂĽnzen mit Feingehalt 925/1000.
5-Euro-MĂĽnze mit Polymerring
Erste deutsche Polymerring-Serie. 2016 „Planet Erde“, 2017 bis 2021 die Reihe „Klimazonen der Erde“. Kupfer-Nickel-Kern, farbiger Polymerring als Sicherheitsmerkmal.
10-Euro-MĂĽnze mit Polymerring
Serie „Luft bewegt“, 2019 bis 2021. Gleiche Technik wie die 5-Euro-Reihe, größerer Durchmesser.
20-Euro-SilbergedenkmĂĽnze
Aktuelle deutsche Sammlermünzenserie, seit 2016. Feingehalt 925/1000 Silber, 18,0 g. Prägequalitäten Stempelglanz und Polierte Platte.
100-Euro-GoldmĂĽnze
Deutsche Goldsammlermünze, seit 2002 mit jährlich wechselndem Motiv (zunächst UNESCO-Welterbe, später Serie „Säulen der Demokratie“ u. a.). Feingehalt 999,9/1000, Feingewicht 15,5517 g (1/2 Feinunze).
200-Euro-GoldmĂĽnze
Einmalige Emission 2002 zur EinfĂĽhrung des Euro-Bargelds. Feingehalt 999,9/1000, Feingewicht 1 Feinunze.
DDR-GedenkmĂĽnzen
Prägungen der Deutschen Demokratischen Republik von 1966 bis 1990. In Nickel, Silber und in Sonderausgaben Gold. Sammelmarkt in Deutschland etabliert.
Steuer und Recht
Anlagegold-Verzeichnis
Vom Bundesfinanzministerium jährlich veröffentlichte Liste der Goldmünzen, die die Kriterien für Anlagegold erfüllen und damit mehrwertsteuerfrei gehandelt werden können.
Spekulationsfrist
Frist nach § 23 EStG für private Veräußerungsgeschäfte. Bei Gewinnen aus dem Verkauf von Edelmetallen oder Münzen sind Erträge nach Ablauf eines Jahres seit Anschaffung steuerfrei. Für die konkrete Anwendung im Einzelfall Steuerberatung erforderlich.
§ 25a UStG
Regelung zur Differenzbesteuerung im Umsatzsteuergesetz.
§ 25c UStG
Regelung zur Steuerbefreiung von Anlagegold im Umsatzsteuergesetz.

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